Reflektorformen

Prinzipiell lassen sich Facettenreflektoren frei gestalten. Sinnvoll ist als ersten Schritt eine zweidimensionale Reflektorkontur zu erntwerfen, die dann in einem zweiten Schritt um eine Rotationsachse gedreht oder in die Tiefe extrudiert wird. Rotationssymmetrische Reflektoren lassen sich durch die Anzahl der Segmente $n$, d. h. $n$ Drehungen um die Rotationsachse von $360/n$ Grad skalieren. Rinnenförmige Reflektoren lassen sich durch die Tiefe des Segments skalieren und an Strahlerlängen, z. B.von Leuchtstoffröhren, anpassen.

Es ist vorteilhaft, Reflektoreigenschaften unter Ausnutzung der sich ins Bestrahlungsfeld übertragenden Symmetrien in drei Schritten einzuarbeiten:

  1. Erarbeitung einer geeigneten Reflektorkontur in einem zweidimensionalen Schnitt durch den künftigen Reflektor (Beschrieben in Kap. 1.5.4). Es muß sichergestellt werden, dass die dreidimensionalen Facetten senkrecht auf dieser Schnittebene stehen. Eine in dieser Ebene erreichte Verteilung bleibt dann von den nachfolgenden Schritten unberhrt.
  2. Extrudieren der Reflektorkontur senkrecht zur Schnittebene. Der rinnenförmige Reflektor ist nach diesem Schritt schon fertig. Er kann, muß aber nicht, auf eine bestimmte Länge aufgezogen werden. Die änderung dieser Länge hat erheblichen Einfluß auf die erzielte Bestrahlungsstärkeverteilung. Für den rotationssymmetrischen Reflektor ist die Extrusionstiefe abhängig von der Winkelschrittweite und beträgt für den $r$ von der Rotationsachse $\pm r \; \tan \pi / r $. Abweichungen führen zu Hinterschneidungen oder zu eventuell gewünschten Aussparungen im Reflektor. Man erhält ein Reflektorsegment.
  3. Das Reflektorsegment wird nun durch $n$-fache Drehung um $2 \pi / n $ zu einem rotationssymmetrischen Körper. Durch Veränderung der Segmentzahl vergrößert man die Gleichmäßigkeit der Bestrahlung und die radiale Verteilung in der Nutzebene.