Es lässt sich zeigen, dass Reflektoroberflächen für oben genannte optische Abbildung die Kontur von Kegelschnitten haben. Weitere Lösungen gibt es nicht. Ellipsoid, Hyperboloid und ebener Spiegel sind in Abbildung 1.2 im Bereich um die gestrichelte optische Achse dargestellt. Die beiden Brennpunkte sind durch zwei Strahler repräsentiert und gelten für alle gezeichneten Reflektoren. Eine Kugel ist die Sonderform des Ellipsoiden wenn die beiden Brennpunkte zusammenfallen. Der Paraboloid entsteht aus dem Hyperboloid, wenn einer der beiden Brennpunkte unendlich weit entfernt wird.
Der ebene Spiegel teilt den Raum zwischen den beiden Brennpunkten und ist in dieser Systematik eine Sonderform des Hyperboloiden, wenn sein Scheitelpunkt die Strecke zwischen den Brennpunkten teilt. Die Abbildungseigenschaft der Ebene gilt nicht nur für die zwei Brennpunkte, sondern für den gesamten Halbraum und somit auch für ausgedehnte Strahlenquellen.
Ist die Strahlenquelle sehr klein gegenüber den Reflektorabmessungen, bleibt die charakteristische Reflektorfunktion im wesentlichen erhalten. Sie wird dann mit einem Abbildungsmaßstab vergrößert oder verkleinert abgebildet. Der Abbildungsmaßstab beschreibt die Größenänderung des Strahlerabbilds bezogen auf den eingesetzten Strahler1.3. Reflektoren vergrößern meistens die Strahlenquelle, was mit einer starken Vorwärtsbündelung einhergeht. Geometrisch ist der Abbildungsmaßstab das Verhältnis der Abstände von Strahlenquelle und deren Spiegelbild zur reflektierenden Fläche. Die Strahldichte der Strahlerbilder ist nur um den Reflexionsgrad des Reflektormaterials verringert.
Eine weitere wichtige Reflektorkontur ist die einer sogenannten Abrollkurve (Zykloide).
Sie folgt einem Punkt eines Kreises, der auf einer Geraden, ohne zu gleiten, abrollt und hat die allgemeine Form
wobei
und
die Kurvenebene aufspannen und
der Radius des abrollenden
Kreises ist. Rotationskörper von Abrollkurven haben die Eigenschaft, Strahlen aus dem Innern einer Kugel so umzulenken, da sie ihren Quellbereich nicht schneiden. Sie bewirken keine optische Abbildung und sind von vorneherein auf ausgedehnte Strahlungsquellen zugeschnitten.
Die Eigenschaften dieser sehr speziellen Reflektorkonturen helfen bei der Reflektorentwicklung, weil ihre charakteristischen Eigenschaften wichtige Orientierungspunkte für den Entwurf von frei gewählten Reflektoroberflächen1.4 geben. Ich will sie kurz vorstellen. Anschließend komme ich zu einem Entwicklungskonzept, welches die meisten Vorteile beibehält, viele Nachteile beseitigt und leicht in Musterbau und Fertigung umzusetzen ist.